Einen Beruf auszuüben, der mit den eigenen ökologischen Überzeugungen im Einklang steht, ist nicht immer einfach. Und doch: Wenn man bedenkt, dass wir etwas mehr als 7 Stunden pro Tag mit Arbeit verbringen, scheint es unerlässlich, sich in einem Unternehmen zu entfalten, das mit unseren Werten im Einklang steht! Aber wie kann man sein Unternehmen davon überzeugen, den Weg der ökologischen Wende einzuschlagen? Hier sind einige Anregungen, die Ihnen helfen sollen, Ihre Kollegen zu motivieren und Ihr Unternehmen dazu zu bewegen, sich schrittweise auf ein nachhaltigeres Modell auszurichten.

Ein starkes Team zusammenstellen 👫

Unternehmen castalie Zero Waste

Gemeinsam sind wir stark, wie das Sprichwort sagt! Um Ihre Vorgesetzten dazu zu bewegen, etwas zu verändern, gibt es nichts Besseres als gemeinsame Initiativen. Finden Sie heraus, welche Ihrer Kollegen ein besonderes Interesse anUmweltschutzhaben: Das kann durch informelle Gespräche an der Kaffeemaschine geschehen, indem Sie beobachten, wer mit dem Fahrrad kommt oder wer nie ohne seine Trinkflasche unterwegs ist… 
Bringen Sie das Thema ins Gespräch und überlegen Sie gemeinsam, welche Maßnahmen im Unternehmen verbessert werden könnten, um es umweltfreundlicher zu gestalten. Soll man auf Einwegbecher an der Kaffeemaschine verzichten? Den Kantinenabfall kompostieren? Einen Mobilitätsplan einführen? 
Es geht nicht darum, alles auf einmal neu zu überdenken, sondern damit anzufangen, über kleine Maßnahmen nachzudenken, die es dem Unternehmen ermöglichen, sich langsam aber sicher in Richtung eines nachhaltigeren Modells zu bewegen. Und je mehr von euch mitdiskutieren, desto mehr Ideen werden sprudeln!

Die Aufgaben aufteilen 🗓

Der Vorteil einer gemeinsamen Initiative besteht auch darin, dass man auf vielfältige Kompetenzen zurückgreifen kann. Je nach ihrer Position und ihren Neigungen können Ihre Kollegen bestimmte Veränderungen leichter umsetzen als andere oder haben leichter Zugang zu den Entscheidungsträgern. Wenden Sie sich an die CSR-Abteilung Ihres Unternehmens, falls es eine solche gibt, und zögern Sie nicht, die Personalabteilung oder die Mitglieder des Sozial- und Wirtschaftsausschusses einzubeziehen, die oft als gute Vermittler zur Geschäftsleitung fungieren. 
In kleineren Unternehmen mit weniger festgelegten Strukturen können Sie die jeweiligen Aufgabenbereiche nutzen: So könnte der Veranstaltungsleiter beschließen, bei den nächsten Veranstaltungen nachhaltigere Materialien zu verwenden oder interne Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit zu organisieren. Ebenso könnte ein Einkaufsleiter vielleicht ein größeres Interesse am Thema Energieeinsparung haben, ein Techniker am Recycling von IT-Geräten…

Chancen nutzen 🙌🏼

Soziale und ökologische Auswirkungen des Unternehmens

Um Ihr Umfeld besser zu sensibilisieren, nutzen Sie den Kalender mit internationalen oder nationalen Aktionstagen, wie zum Beispiel den Weltmeertag oder den Nationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung. Das sind gute Gelegenheiten, um Ihre Kollegen fürinterne Initiativen zu gewinnen oder Gespräche über Themen anzuregen, die Ihnen am Herzen liegen. 
Konkret kann dies durchdie Organisation von Mini-Vorträgen mit einem Gastreferenten in der Mittagspause, die Durchführung von Zero-Waste-Challenges während einer Woche oder den gemeinsamen Beitritt zu einer Amap geschehen…
Jede Gelegenheit ist gut, um das Thema Umwelt in den Büroalltag zu integrieren!

Überzeugungskraft 💪

Damit sich Ihr Unternehmen engagiert, müssen Sie Ihren Vorgesetzten nachweisen, dass der ökologische Wandel auch wirtschaftlich sinnvollist: Dies wird als „Ökolonomie“. Ja, manchmal muss man sich eben auf das Wesentliche besinnen! Um pragmatischer vorzugehen, versuchen Sie, die Initiativen zu priorisieren und deren Kosten zu beziffern: Die Begrünung der Büroräume lässt sich wahrscheinlich leichter umsetzen als die Anschaffung eines Hühnerstalls. 
Zögern Sie nicht, die Fachleute für diese Themen in Ihrem Unternehmen hinzuzuziehen, um einen möglichst realistischen und präzisen Fahrplan zu erstellen – das wird es umso einfacher machen, Ihre Vorgesetzten zu gegebener Zeit zu überzeugen.
Zu Ihrer Unterstützung sollten Sie wissen, dass dieAdeme zahlreiche Ressourcen zur Verfügung stellt, um besser zu verstehen, wie man die Umweltauswirkungen seines Unternehmens bewerten und reduzieren kann. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, sehen Sie sich die CO₂-Bilanz des Unternehmens an oder lassen Sie eine erstellen (obligatorisch für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern). 
Im Industriesektor kann man sich aufdie Lebenszyklusanalyse (LCA) der Produkte stützen, um deren Umweltauswirkungen zu ermitteln. Diese Analyse wird mithilfe spezieller Software durchgeführt und kann intern erfolgen oder an eine externe Stelle delegiert werden. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, nachhaltigere Entscheidungen bei der Herstellung und Konzeption von Produkten oder Dienstleistungen. Auch hier sollten Sie nicht zögern, mit Ihren Vorgesetzten darüber zu sprechen oder die zuständigen Ansprechpartner zu diesem Thema zu konsultieren: Produktingenieure, CSR-Abteilung…

Unternehmen Ökologie castalie

Denken Sie schließlich daran, dass der Weg zur ökologischen Wende Zeit braucht, umso mehr, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt. Beginnen Sie mit Maßnahmen, die leicht umzusetzen sind und deren Vorteile schnell sichtbar werden, bevor Sie sich an umfangreichere Projekte wagen. Schritt für Schritt baut der Vogel sein Nest!

Text: Coline de Silans
Bildnachweis: Jeffery Erhunse, Dylan Gillis, Max van den Oetelaar
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